Vitalij Rovda erster Bundessieger im praktischen Leistungswettbewerb der Jungklemptner.

Quelle: Südwest Presse Ehingen, 09.12.2006

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Sieg mit Schweizer Bogen

Bei Öpfinger Flaschnerei Schlecht fühlt er sich wohl

Ende Februar hat Vitalij Rovda seine Ausbildung im Klempner-Handwerk abgeschlossen. Jetzt wurde der 22-jährige Wiblinger, der bei der Flaschnerei Schlecht in Öpfingen arbeitet, erster Bundessieger im praktischen Leistungswettbewerb der Jungklempner.

Von Renate Emmenlauer
ÖPFINGEN – Für Vitalij Rovda war Klempner nicht das Berufsziel, das er sich immer erträumt hatte. Der Wiblinger, der aus Kasachstan stammt und seit sieben Jahren in Deutschland lebt, gibt zu, nicht viel Auswahl an Lehrstellen gehabt zu haben. Daheim rumhängen kam für Vitalij jedoch nicht in Frage. Also erlernte der Spätaussiedler den Beruf des Klempners. Nach dreieinhalb Jahren Lehrzeit und einem halben Jahr als Geselle steht für den 22-Jährigen fest: »Dieser Beruf ist toll. Hier kann ich richtig kreativ sein und zeigen, was ich kann.«
Dass der Junghandwerker einiges kann, hat er beim praktischen Leistungswettbewerb für Klempner bewiesen, aus dem Vitalij als erster Bundessieger hervorgegangen ist. Unlängst hat ihm Bundespräsident Horst Köhler bei einem Festakt in Stuttgart persönlich die Bundessieger-Urkunde überreicht. »Das war schon ein klasse Gefühl, bei der Feier zu spüren, wie man für seine Mühe belohnt wird«, berichtet er mit strahlender Miene. Eigentlich hatte der Preisträger mit einer so großen Ehre nie gerechnet.
Weil Vitalij seine Ausbildung im Februar mit einem guten Notenschnitt abgeschlossen hatte, fragte die Handwerkskammer bei ihm an, ob er nicht beim Leistungswettbewerb mitmachen wolle. Gefordert war ein so genannter »Schweizer Bogen«, handgefertigt natürlich. Dies sei ein besonderes künstlerisch gefertigtes Verbindungsstück zwischen der Dachrinne und dem Fallrohren an einem Haus.

Sieg war kaum zu glauben

»Ich habe mir relativ wenig Chancen ausgerechnet«, erinnert sich Vitalij. Weit gefehlt. Mit seinem akkuraten Werkstück gewann er den Kreisentscheid, wenig später den Landeswettbewerb. Als einziger aus Baden-Würtemberg gegen die Erstplatziertenn aller Bundesländer. »Ein bisschen Bammel habe ich beim Bundesentscheid schon gehabt«, gesteht der junge Mann. Als vor wenigen Wochen ein Schrieben kam, in dem stand, er sei als der Beste in Deutschland, habe er dies erst nicht glauben können.
Jetzt hat Vitalij den Rummel als Bundessieger hinter sich. Noch erinnern der »Schweizer Bogen« daheim, die Urkunde des Bundespräsidenten und der Scheck mit einer Prämie an den Wettbewerb.
Auch wurde ihm schon die Möglichkeit angeboten, über die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk seine Fähigkeiten zu nutzen und weiterzulernen. Vitalij möchte aber erst mal eine Weile in seinem Beruf arbeiten. Denn seit Juli hat er seinen Traumarbeitsplatz gefunden, bei der Flaschnerei Schlecht in Öpfingen. »Hier herrscht ein super tolles Betriebsklima«, schwärmt der 22-Jährige.
So viel Glück hatte er während seiner Ausbildung nit seinem damaligen Lehrherrn nicht- Dankbar ist Vitalij deshalb dafür, dass er in der Berufsschule viel Unterstützung von den Lehrern bekam. »Die haben mich immer motiviert.« Wichtig ist ihm, die Kunden mit seiner Arbeit zufrieden zu stellen.